Torwarthandschuhe mit Fingerschutz – ja oder nein?

Während wir in einem anderen Artikel die verschiedenen Fingerschutztechnologien wie Fingersave von Adidas oder Bionikframe von Uhlsport vorgestellt haben, soll dieser Beitrag eine Hilfestellung bei der Entscheidung bieten, ob du deine nächsten Torwarthandschuhe mit oder ohne Fingerschutz kaufen solltest.

Wie funktioniert der Fingerschutz?

Ziel aller Handschuhe mit Fingerschutz ist es, die Finger vor dem Umknicken oder Überstrecken nach hinten zu schützen, was ansonsten schlimmstenfalls zu ausgekugelten Fingern oder einem Kapselriss führen könnte. Um dies zu erreichen, werden Protektoren in den Handschuh eingearbeitet, die nach vorne beweglich sind (so, dass weiterhin eine Faust gemacht werden kann), sich bei einer Belastung nach hinten aber versteifen, so dass die Finger geschützt werden.

Fingerschutz ja oder nein?

Die verringerte Verletzungsgefahr ist der große Vorteil von Torwarthandschuhen mit Fingerschutz. Damit geht jedoch der Nachteil einher, dass die Beweglichkeit der Finger reduziert wird und das Ballgefühl somit abnimmt. Obwohl die Hersteller inzwischen sehr ausgereifte Technologien einsetzen, ist dieser negative Effekt dennoch bei allen Modellen vorhanden.

Aus diesem Grund sollte man eher auf einen Fingerschutz verzichten, wenn alle Finger gesund sind.

Auch Neulingen im Tor ist von Torwarthandschuhen mit Fingerschutz abzuraten. Obwohl diese tendenziell ein erhöhtes Verletzungsrisiko haben, sollte bei Anfängern das Erlernen der richtigen Fangtechnik bei voller Flexibilität im Vordergrund stehen.

Empfehlenswert ist ein Fingerschutz immer dann, wenn einzelne Finger geschwächt sind, beispielsweise durch eine vorherige Verletzung, eine Verstauchung oder Überdehnung, ein Einsatz aber grundsätzlich unbedenklich ist. Keinesfalls sollten die Handschuhe verwendet werden, um eine schwerere Verletzung zu überdecken! Nach Möglichkeit sollte man daher den Fingerschutz auch nur an den betroffenen Fingern einsetzten, was inzwischen bei vielen Torwarthandschuhen dank individueller Protektoren ohne weiteres möglich ist.

Fingerschutz für Kinder

Bei Kindern ist von der Verwendung eines Torwarthandschuhs mit Schutzelementen ebenfalls abzusehen. Zum einen sollten Kinder aufgrund der hohen Verletzungsgefahr sowieso unter keinen Umständen mit geschwächten Fingern spielen, zum anderen sollte in diesem Alter der Schwerpunkt auch noch auf dem Erlernen einer sauberen Technik liegen, was durch die mit einem Fingerschutz verbundenen Einschränkungen jedoch erschwert wird.

Fazit

Glücklicherweise bieten inzwischen viele Hersteller Torwarthandschuhe mit Fingerschutz an, bei denen die Elementen auch entfernt werden können, teilweise sogar individuell je Finger. Auf diese Weise kann man einen Fingerschutz einsetzten, wenn er benötigt wird (z.B. bei einem verletzten Finger) und wieder entfernen, wenn man die volle Beweglichkeit benötigt, ohne dass man ein neues Paar Handschuhe kaufen muss.

Folgende Punkte sollte man daher beachten, wenn man einen Torwarthandschuh mit Fingerschutz kaufen möchte:

  • Die Elemente sollten jeweils einzeln aus dem Handschuh entfernbar sein (z.B. über einen Klettverschluss oder Reißverschluss. So ist eine maximale Flexibilität beim Einsatz möglich.
  • Es sollten Elemente für alle fünf Finger vorhanden sein. So können bei Bedarf alle Finger geschützt werden.
  • Die Protektoren sollten nicht zu steif sein. Die Hand muss ohne großen zusätzlichen Kraftaufwand zur Faust geballt werden können. So werden Fangen und Fausten nicht negativ beeinflusst.

Übrigens: die meisten Profitorhüter spielen mit Handschuhen ohne Fingerschutz.