Außennaht, Innennaht, Rollfinger – verschiedene Schnitte für Torwarthandschuhe

Wer neue Torwarthandschuhe kaufen möchte, der findet in Tests und Produktbeschreibungen immer wieder drei Begriffe, mit denen der Schnitt des Handschuhs beschrieben wird: Außennaht, Innennaht und Rollfinger. Teilweise werden die Schnitte von einzelnen Herstellern wie Adidas, Nike oder Uhlsport auch anders bezeichnet. Bei neueren Handschuhen finden sich auch zunehmend Kombinationen oder leichte Abwandlungen der drei Standardschnitte, die aber auf die Grundschnittformen zugeführt werden können.

Dieser Artikel gibt einen kurzen Überblick über die Eigenschaften der verschiedenen Schnittformen und geht dabei auch auf die Vor- und Nachteile der jeweiligen Varianten ein.

Außennaht

Bei der Außennaht handelt es sich um die klassische, positive Schnittform von Torwarthandschuhen. Der Haftschaum (i.d.R. Latex) ist dabei auf der Außenseite mit den sogenannten Schichteln, dem seitlichen Bereich an den einzelnen Fingern, vernäht. Blickt man auf die Fangfläche des Handschuhs, kann man den Verlauf der Nähte in der Regel deutlich sehen. Die Schichtel sind wiederum mit einer Außennaht mit dem Obermaterial des Handschuhs vernäht.

Diese Anordnung führt dazu, dass die Haftschaum-Fangfläche des Torwarthandschuhs sehr groß ausfällt. Gleichzeitig haben die Finger im Handschuh einen vergleichsweise großen Freiraum. Der klassische Schnitt ist daher der weiteste der drei Grundschnitte, was jedoch auch zu Einbußen beim Ballgefühl führen kann.

Vorteile: sehr große Fangfläche
Nachteile: vergleichsweise weiter Schnitt
Weitere Bezeichnungen: klassischer Schnitt, positiver Schnitt, Contact Maximizer (Adidas), Expanse Cut (Reusch)

Innenaht

Ein Torwarthandschuh mit Innennaht besteht ebenfalls aus den Teilen Haftschaum, Schichtel und Obermaterial. Im Gegensatz zur traditionellen Außennaht ist der Haftschaum bei dieser negativen Schnittform aber auf der Innenseite des Handschuhs mit den Schichteln vernäht. Die Naht ist daher von außen nicht mehr sichtbar und kann nicht in Kontakt mir dem Ball gelangen. Die Verbindung zum Obermaterial ist in der Regel identisch zu Handschuhen mit Außennaht.

Durch die nach innen gezogene Naht liegen die Handschuhe sehr dicht am Finger an, was sich positiv auf das Ballgefühl auswirkt. Allerdings geht diese Schnittform zu Lasten der Fangfläche, die geringer ist als  bei einem positiv geschnittenen Torwarthandschuh.

Vorteile: hohes Ballgefühl, sehr enger Sitz
Nachteile: kleinere Fangfläche als bei Außennaht
Weitere Bezeichnungen: negativer Schnitt, Seamless Touch (Adidas), Surround Cut (Reusch)

Rollfinger

Beim Rollfinger handelt es sich um eine relativ neue Schnittform, die aus England übernommen wurde und dort sehr beliebt ist. Als Besonderheit gegenüber den Außennaht- und Innenahtschnitten wird bei diesem Handschuhen auf die Schichtel verzichtet. Der Haftschaum wird vollständig um den Finger herumgeführt und direkt mit dem Obermaterial vernäht. Dadurch gibt es keine Naht auf der Fangfläche des Handschuhs.

Ebenso wie bei der Innennaht sitzt der Rollfingerschnitt relativ eng und kann dadurch mit einem guten Ballgefühl punkten. Die direkte Kontaktfläche ist geringer als bei einer Außennaht, allerdings sind beim Rollfinger aufgrund der Konstruktion auch die Seiten der Finger mit Haftschaum bedeckt, was für einen durchgehend guten Grip und eine sehr gute Dämpfung sorgt.

Vorteile: hohe Dämpfung, erhöhtes Ballgefühl, enger Sitz
Nachteile: kleinere Fangfläche als bei Außennaht
Weitere Bezeichnungen: Rolled Finger Touch (Adidas), Special Rolled Cut (Reusch)

Fazit

Die Gegenüberstellung zeigt, dass man keine allgemeingültige Empfehlung für die Wahl der Schnittform geben kann. Manche Torhüter bevorzugen die größere Fangfläche des Außennahtschnitts, andere sehen wiederum größere Vorteile in dem höheren Ballgefühl von Innennahtschnitt und Rollfinger.

Vor dem Kauf eines neuen Handschuhs sollten diese Eigenschaften daher in die Überlegungen mit einbezogen werden. Alle großen Hersteller von Torwarthandschuhen haben verschiedene Schnittvariationen zur Auswahl, daher sollten nach Möglichkeit alle Modelle getestet werden.