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Torwarthandschuhe kaufen – worauf achten?

Während bei den Feldspielern die Fußballschuhe im Mittelpunkt des Interesses stehen, sind Torwarthandschuhe der wichtigste Ausrüstungsgegenstand eines Torhüters, egal ob dieser in der Kreisliga oder Bundesliga spielt. Die Wahl der richtigen Handschuhe trägt erheblich zu einem guten Ballgefühl bei, was das unter anderem das Fangen des Balls erleichtert und dem Torwart so zusätzliche Sicherheit gibt. Einerseits sollten die Handschuhe daher die Beweglichkeit der Hand möglichst wenig beeinträchtigen, andererseits müssen sie neben dem notwendigen Grip aber auch eine ausreichende Dämpfung und einen Schutz der Hand bei scharf geschossenen Bällen gewährleisten.

Dieser Artikel soll eine Hilfestellung und Empfehlung bieten, worauf du beim Kauf von neuen Torwarthandschuhen achten solltes, um einen möglicherweise teuren Fehlkauf zu vermeiden.

Richtige Größe

Entscheidend für den richtigen Sitz des Handschuhs ist die Auswahl der passenden Größe. Die Handschuhe sollten eng anliegen, ohne jedoch die Beweglichkeit der Hand einzuschränken. Ist der Handschuh zu eng, leidet die Flexibilität der Finger, was insbesondere das Fangen und Fausten des Balls erschwert. Außerdem kann es zu Druckstellen an der Hand kommen, was bei Spielen oder längeren Trainings sehr unangenehm sein kann. Sind die Handschuhe hingegen zu weit, leidet das Ballgefühl ebenfalls, weil die Hand im Handschuh verrutschen kann. Dadurch steigt das Risiko, dass der Ball beim Fangen durchrutscht oder nicht festgehalten werden kann. Wenn z.B. die Finger der Hand deutlich kürzer sind als die des Handschuhs, kann beim Greifen kein richtiger Druck auf den Ball ausgeübt werden.

Die Größe von Torwarthandschuhen wird in der Regel mit einer Nummer angegeben, üblicherweise liegt diese zwischen 3 und 12. Bei Handschuhen mit Größe 7 oder weniger handelt es sich normalerweise um Torwarthandschuhe für Kinder. Erwachsene habe meist eine Größe zwischen 9 und 11.

Ähnlich wie bei Schuhen fallen allerdings auch die Handschuhe je nach Hersteller unterschiedlich groß aus. Außerdem gibt es verschiedene Methoden, mit denen die Größe der Hand ermittelt und daraus eine Handschuhgröße ermittelt wird. Aus diesem Grund gibt es für die Hersteller verschiedene Größentabellen, mit denen die passende Handschuhgröße bestimmt werden kann.

Größentabellen für Adidas, Derbystar, Nike, Reusch und Uhlsport

Schnitt des Torwarthandschuhs

Neben der Größe spielt auch die Schnittform eine wichtige Rolle für den guten Sitz des Handschuhs. Heutzutage gibt es drei verbreitete Schnitte: Außennaht, Innennaht und Rollfinger. Mache Modelle weisen auch eine Kombination von verschiedenen Schnittformen auf. Welche Form einem am meisten zusagt, lässt sich normalerweise nur durch Anprobieren herausfinden, die Vorlieben sind hier sehr unterschiedlich.

  • Außennaht: auch als klassischer oder positiver Schnitt bekannt, bei dem der Haftschaum von außen vernäht wird. Dieser Schnitt bietet eine große Fangfläche, sitzt aber an den Fingern vergleichsweise locker.
  • Innennaht: auch als negativer Schnitt bezeichnet, bei dem der Haftschaum im Inneren des Handschuhs vernäht wird. Dadurch liegt der Handschuh eng am Finger an, die Kontaktfläche mit dem Ball ist jedoch kleiner als bei einem Torwarthandschuh mit Außennaht.
  • Rollfinger: hier ist der Haftschaum ohne sogenannte Schichtel direkt mit dem Material der Oberhand vernäht, wodurch es keine Naht auf der Fangfläche gibt. Ähnlich wie Innennaht-Handschuhe sitzt dieser Schnitt eng am Finger, die Fangfläche ist aber ebenfalls reduziert.

Außennaht, Innennaht, Rollfinger – detaillierte Übersicht mit Vor- und Nachteilen

Passender Haftschaum

Der Haftschaum des Handschuhs sollte auf den Belag des jeweiligen Fußballplatzes abgestimmt werden. Die einfache Grundregel lautet hier: je mehr Grip der Haftschaum hat, desto weicher und empfindlicher ist er auch. Die Topmodelle der meisten Hersteller verwenden sehr weiche Haftschäume aus Latex (z.B. Supergrip von Uhlsport oder Evo Zone Tech von Adidas) die für das Spielen auf Naturrasen oder neueren Kunstrasenbelägen ausgelegt sind. Auf härteren Plätzen, wie z.B. altem Kunstrasen oder Ascheplätzen, haben diese Handschuhe durch den hohen Abrieb eine deutlich reduzierte Haltbarkeit. Aus diesem Grund haben alle Hersteller auch stabilere Beläge im Sortiment, die sich auch für solche Platzverhältnisse eignen (z.B. Graphit von Uhlsport, speziell für Hartplätze). Diese erhöhte Lebensdauer geht dann jedoch deutlich zu Lasten der Haftung.

Darüber hinaus gibt es auch spezielle Beläge für Regenwetter, die ihren vollen Grip erst bei Nässe entfalten (z.B. A2 Aqua Tech von Reusch). Ein Nachteil dieser speziellen Handschuhe ist, dass die Haftung bei trockenem Wetter meist schlechter ist, zudem sind die Haftschäume auch sehr weich und unterliegen somit einem hohen Verschleiß.

Wer sich nicht für jeden Untergrund und jedes Wetter einen eigenen Handschuh zulegen kann oder will, der sollte versuchen einen Kompromiss zwischen guten Hafteigenschaften und guter Haltbarkeit zu finden. Trotzdem kann es, gerade bei harten Plätzen, durchaus sinnvoll sein, für das Training einen (günstigeren) separaten Handschuh mit einer höheren Haltbarkeit zu kaufen, um die Lebensdauer der eigentlichen Spielhandschuhe so deutlich zu erhöhen.

Fingerschutz

Alle Hersteller bieten mittlerweile auch Torwarthandschuhe mit Fingerschutz und Daumenschutz an. Obwohl die Bezeichnungen der Technologien unterschiedlich sind (z.B. Fingersave bei Adidas oder Ortho-Tec bei Reusch), funktionieren diese alle nach dem gleichen System: durch zusätzliche stabilisierende Elemente in den Handschuhen sollen die Finger des Torwarts vor dem Umknicken oder Überstrecken nach hinten geschützt werden, um so Verletzungen zu vermeiden. Ein Nachteil ist, dass die Flexibilität der Hand geringfügig reduziert wird, was zu einer Verschlechterung des Ballgefühls führen kann.

Sofern die Finger verletzungsfrei sind, sollte man aus diesem Grund eher auf einen Fingerschutz verzichten. Auch bei den Profis spielt die überwiegende Zahl der Torhüter üblicherweise ohne Fingerschutz. Ebenso ist für Neulinge im Tor und auch Kinder von einem Fingerschutz abzuraten, da bei Anfängern zuerst noch das Erlernen der Fangtechnik bei voller Flexibilität der Hände Priorität haben sollte.

Wie sehr man sich durch den Fingerschutz tatsächlich beeinträchtigt fühlt, ist eine sehr individuelle Sache, daher sollte man vor dem Kauf Handschuhe mit und ohne Schutzelementen testen. Viele Systeme der Hersteller bieten inzwischen auch die Möglichkeit, die Protektoren bei Bedarf auf dem Handschuh zu entfernen (teilweise sogar einzeln pro Finger), so dass man den Schutz nur dann einsetzen muss, wenn man ihn wirklich benötigt.

Fingersave, Ortho-Tec, Bionikframe und Co – Fingerschutztechnologien im Überblick

Fazit

Die grundlegenden Punkte, die man beim Kauf von Torwarthandschuhen beachten sollte, sind

  • die Auswahl der passenden Größe,
  • der richtige Schnitt,
  • ein zum Belag passender Haftschaum und
  • die Entscheidung für oder gegen einen Fingerschutz.

Wer sich also vorher über die Punkte Gedanken macht, kann die Auswahl aus der Fülle an Angebote bereits deutlich reduzieren und stellt so sicher, dass er einen Handschuh erwirbt, mit dem er auch die maximale Leistung erbringen kann.

Torwarthandschuhe – Größe / Größentabelle

Beim Kauf eines Torwarthandschuhs ist die Wahl der richtigen Größe entscheidend dafür, dass der Handschuh richtig sitzt und du so eine maximale Ballkontrolle erreichst. Natürlich solltest du dich nicht nur auf die Größentabellen verlassen, sonder auch selber testen, ob die gewählte Größe die richtige ist, die Tabellen können dabei nur einen ersten Anhaltspunkt geben. Je nach Modell kann auch bei Torwarthandschuhen des gleichen Herstellers die Größe etwas variieren. Außerdem ist auch der Schnitt der Handschuhe mit entscheidend für den richtigen Sitz. Handschuhe mit Innennaht oder Rollfinger sind in der Regel enger als Modelle mit klassischer Außennaht.

Da die einzelnen Hersteller unterschiedliche Empfehlungen abgeben, wie die Größe der Hand richtig gemessen werden sollte, zeigen wir hier die verschiedenen Größentabellen.

Tipp: Messe beide Hände. Falls sie unterschiedlich groß sind, sollte die größere Größe ausgewählt werden. Bei Handschuhen mit Fingerschutz kann es je nach Modell sinnvoll sein, die Handschuhe eine halbe Nummer größer auszuwählen

Inhaltsverzeichnis:

Adidas

So wird die Hand gemessen: Messe mit einem Maßband den Umfang der Handfläche genau unter den Knöcheln, ohne den Daumen. Runde bis zum nächsten Zentimeter auf und addiere dann 2,5 cm.

HandumfangGröße Torwarthandschuh
bis 13,7 cm4
13,7 - 15,5 cm5
15,5 - 17,5 cm6
17,5 - 19,7 cm7
19,7 - 21,6 cm8
21,6 - 24,1 cm9
24,1 - 26,7 cm10
26,7 - 29,2 cm11
29,2 - 31,8 cm12
Weitere Informationen bei Adidas

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Derbystar

So wird die Hand gemessen: Messe mit einem Maßband den Umfang der Handfläche unter den Knöcheln, ohne den Daumen. Das Maßband darf die Hand nur lose umschließen.

HandumfangGröße TorwarthandschuhAlter ca.
15 cm48 Jahre
15,5 cm4,58 Jahre
16 cm59 Jahre
16,5 cm5,59 Jahre
17,5 cm610 Jahre
18 cm6,510 Jahre
19 cm711-12 Jahre
20,5 cm7,511-12 Jahre
22 cm813-14 Jahre
23 cm8,513-14 Jahre
24 cm915+ Jahre
26 cm9,515+ Jahre
27 cm1015+ Jahre
27,5 cm10,515+ Jahre
28,5 cm1115+ Jahre
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Nike

So wird die Hand gemessen: Messe mit einem Maßband die Breite der Handfläche, einschließlich des Daumens

HandbreiteGröße Torwarthandschuh
6,2 - 6,8 cm4
6,8 - 7,4 cm5
7,4 - 8,0 cm6
8,0 - 8,6 cm7
8,6 - 9,2 cm8
9,2 - 9,8 cm9
9,8 - 10,4 cm10
10,4 - 11 cm11
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Reusch

So wird die Hand gemessen: Messe mit einem Maßband den Umfang der Handfläche unter den Knöcheln, ohne den Daumen. Das Maßband sollte die Hand nur lose umschließen.

HandumfangGröße TorwarthandschuhInternational (Herren)
15 cm4-
15,5 cm4,5-
16 cm5-
16,5 cm5,5-
17,5 cm6-
18 cm6,5-
19 cm7S
20,5 cm7,5S
22 cm8M
23 cm8,5M
24 cm9L
26 cm9,5L
27 cm10XL
27,5 cm10,5XL
28,5 cm11XXL
Mehr Größenangaben von Reusch

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Uhlsport

So wird die Hand gemessen: Messe mit einem Maßband die Breite der Handfläche, einschließlich des Daumens

HandbreiteGröße Torwarthandschuh
6,0 - 6,3 cm4
6,4 - 6,6 cm4,5
6,7 - 7,0 cm5
7,1 - 7,4 cm5,5
7,5 - 7,8 cm6
7,9 - 8,2 cm6,5
8,3 - 8,6 cm7
8,7 - 9,0 cm7,5
9,1 - 9,4 cm8
9,5 - 9,8 cm8,5
9,9 - 10,2 cm9
10,3 - 10,6 cm9,5
10,7 - 11,0 cm10
11,1 - 11,4 cm10,5
11,5 - 11,8 cm11
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Torwarthandschuhe mit Fingerschutz – ja oder nein?

Während wir in einem anderen Artikel die verschiedenen Fingerschutztechnologien wie Fingersave von Adidas oder Bionikframe von Uhlsport vorgestellt haben, soll dieser Beitrag eine Hilfestellung bei der Entscheidung bieten, ob du deine nächsten Torwarthandschuhe mit oder ohne Fingerschutz kaufen solltest.

Wie funktioniert der Fingerschutz?

Ziel aller Handschuhe mit Fingerschutz ist es, die Finger vor dem Umknicken oder Überstrecken nach hinten zu schützen, was ansonsten schlimmstenfalls zu ausgekugelten Fingern oder einem Kapselriss führen könnte. Um dies zu erreichen, werden Protektoren in den Handschuh eingearbeitet, die nach vorne beweglich sind (so, dass weiterhin eine Faust gemacht werden kann), sich bei einer Belastung nach hinten aber versteifen, so dass die Finger geschützt werden.

Fingerschutz ja oder nein?

Die verringerte Verletzungsgefahr ist der große Vorteil von Torwarthandschuhen mit Fingerschutz. Damit geht jedoch der Nachteil einher, dass die Beweglichkeit der Finger reduziert wird und das Ballgefühl somit abnimmt. Obwohl die Hersteller inzwischen sehr ausgereifte Technologien einsetzen, ist dieser negative Effekt dennoch bei allen Modellen vorhanden.

Aus diesem Grund sollte man eher auf einen Fingerschutz verzichten, wenn alle Finger gesund sind.

Auch Neulingen im Tor ist von Torwarthandschuhen mit Fingerschutz abzuraten. Obwohl diese tendenziell ein erhöhtes Verletzungsrisiko haben, sollte bei Anfängern das Erlernen der richtigen Fangtechnik bei voller Flexibilität im Vordergrund stehen.

Empfehlenswert ist ein Fingerschutz immer dann, wenn einzelne Finger geschwächt sind, beispielsweise durch eine vorherige Verletzung, eine Verstauchung oder Überdehnung, ein Einsatz aber grundsätzlich unbedenklich ist. Keinesfalls sollten die Handschuhe verwendet werden, um eine schwerere Verletzung zu überdecken! Nach Möglichkeit sollte man daher den Fingerschutz auch nur an den betroffenen Fingern einsetzten, was inzwischen bei vielen Torwarthandschuhen dank individueller Protektoren ohne weiteres möglich ist.

Fingerschutz für Kinder

Bei Kindern ist von der Verwendung eines Torwarthandschuhs mit Schutzelementen ebenfalls abzusehen. Zum einen sollten Kinder aufgrund der hohen Verletzungsgefahr sowieso unter keinen Umständen mit geschwächten Fingern spielen, zum anderen sollte in diesem Alter der Schwerpunkt auch noch auf dem Erlernen einer sauberen Technik liegen, was durch die mit einem Fingerschutz verbundenen Einschränkungen jedoch erschwert wird.

Fazit

Glücklicherweise bieten inzwischen viele Hersteller Torwarthandschuhe mit Fingerschutz an, bei denen die Elementen auch entfernt werden können, teilweise sogar individuell je Finger. Auf diese Weise kann man einen Fingerschutz einsetzten, wenn er benötigt wird (z.B. bei einem verletzten Finger) und wieder entfernen, wenn man die volle Beweglichkeit benötigt, ohne dass man ein neues Paar Handschuhe kaufen muss.

Folgende Punkte sollte man daher beachten, wenn man einen Torwarthandschuh mit Fingerschutz kaufen möchte:

  • Die Elemente sollten jeweils einzeln aus dem Handschuh entfernbar sein (z.B. über einen Klettverschluss oder Reißverschluss. So ist eine maximale Flexibilität beim Einsatz möglich.
  • Es sollten Elemente für alle fünf Finger vorhanden sein. So können bei Bedarf alle Finger geschützt werden.
  • Die Protektoren sollten nicht zu steif sein. Die Hand muss ohne großen zusätzlichen Kraftaufwand zur Faust geballt werden können. So werden Fangen und Fausten nicht negativ beeinflusst.

Übrigens: die meisten Profitorhüter spielen mit Handschuhen ohne Fingerschutz.

Torwarthandschuhe mit Fingerschutz – Technologien

Alle großen Hersteller bieten mittlerweile Torwarthandschuhe mit Fingerschutz an. Der Begriff Fingersave ist dabei die eingetragene Marke der von Adidas verwendeten Technologie, wird aber von Nutzern auch häufig für Fingerschutzsysteme von anderen Herstellern verwendet.

Dieser Artikel gibt einen kurzen Überblick über die Technologien, die die verschiedenen Hersteller anwenden. In einem weiteren Beitrag behandeln wir die Frage, ob du einen Torwarthandschuh mit oder ohne Fingerschutz kaufen solltest.

Adidas – Fingersave

Adidas Fingersave bietet einen Schutz der Finger über flexible Kunststoffstäbchen im Handschuh. Diese leichten Elemente bestehen aus untereinander beweglichen Segmenten, wodurch eine hohe Flexibilität beim Fangen und für das Fausten gewährleistet wird. Bei nach hinten wirkenden Kräften versteifen sich die Elemente und schützen die Finger so vor dem Umknicken.

Derbystar – Finger-Protection

Das Derbystar-System Finger-Protection setzt ebenso wie die meisten anderen Hersteller auf flexible Kunststoffstäbchen in den Handschuhen. Diese Elemente können bei vielen Modellen für jeden Finger flexibel eingesetzt werden, so dass der Fingerschutz auf die individuellen Bedürfnisse angepasst werden kann.

Nike – Spyne

Das Spyne-System von Nike verwendet im Gegensatz zu den anderen Herstellern keine Stäbchen im Inneren des Torwarthandschuhs, sondern stabilisiert die Finger mit spiralförmigen Federelementen aus Leichtmetall und schützt so vor einem Abknicken nach hinten. Auf eine Stabilisierung des Daumens wurde bei Spyne bewusst verzichtet, um die Flexibilität des Daumens nicht zu beeinträchtigen. Das Stabilisierungelement kann wahlweise auch aus dem Handschuh entfernt werden, wenn es nicht benötigt wird.

Reusch – Ortho-Tec / Finger-Support

Uhlsport verwendet die Marken Ortho-Tec für den seinen High-End-Fingerschutz sowie Finger-Support für die Technologie, die in Einstiegsmodellen verwendet wird.

Ortho-Tec
Reusch Ortho-Tec bietet einen individualisierbaren Fingerschutz über hochflexible Stäbchen, die die schnelle Bewegung der Finger nach innen nicht beeinträchtigen, und somit das Ballgefühl und die Sensibilität beim Fangen nicht beeinträchtigen. Gleichzeitig bietet das System einen wirkungsvollen Schutz gegen das Zurückbiegen der Finger, so dass Verletzungen vermieden werden.

Finger-Support
Finger-Support ist die vereinfachte Version des Fingerschutzsystems von Reusch und bietet einen guten Schutz für die Finger, jedoch ohne die Möglichkeit einzelne Finger gezielt zu verstärken.

Uhlsport – Bionikframe / Supportframe

Uhlsport verwendet die Marken Bionikframe für den seinen High-End-Fingerschutz sowie Supportframe für die Technologie, die in Einstiegs- und Kindermodellen verwendet wird.

Bionikframe
Uhlsport BIONIKFRAME basiert auf einer Konstruktion, die die Funktion der Sehnen in der Hand nachbildet und diese damit unterstützt und entlastet. Dadurch wird ein stabiler Schutz erreicht, der dennoch flexibel und leicht ist. Als Variante gibt des den BIONIKFRAME PLUS mit THUMBFRAME, einer Stabilisierung für den Daumen, die die Bewegungsfreiheit nicht einschränken soll. Das BIONIKFRAME X-CHANGE-System ermöglich es zusätzlich, über separate Verstärkungsschienen, einzelne Finger noch stärker zu stabilisieren.

Supportframe
Der Uhlsport SUPPORTFRAME bietet durch einen scharnierähnlichern Fingeraufbau guten Schutz, unterstützt die Ergonomie der Hand und entlastet sie durch eine anatomische Vorformung. Als SUPPORTFRAME PLUS ist das System auch mit zusätzlicher Stabilisierung für den Daumen erhältlich.

Außennaht, Innennaht, Rollfinger – verschiedene Schnitte für Torwarthandschuhe

Wer neue Torwarthandschuhe kaufen möchte, der findet in Tests und Produktbeschreibungen immer wieder drei Begriffe, mit denen der Schnitt des Handschuhs beschrieben wird: Außennaht, Innennaht und Rollfinger. Teilweise werden die Schnitte von einzelnen Herstellern wie Adidas, Nike oder Uhlsport auch anders bezeichnet. Bei neueren Handschuhen finden sich auch zunehmend Kombinationen oder leichte Abwandlungen der drei Standardschnitte, die aber auf die Grundschnittformen zugeführt werden können.

Dieser Artikel gibt einen kurzen Überblick über die Eigenschaften der verschiedenen Schnittformen und geht dabei auch auf die Vor- und Nachteile der jeweiligen Varianten ein.

Außennaht

Bei der Außennaht handelt es sich um die klassische, positive Schnittform von Torwarthandschuhen. Der Haftschaum (i.d.R. Latex) ist dabei auf der Außenseite mit den sogenannten Schichteln, dem seitlichen Bereich an den einzelnen Fingern, vernäht. Blickt man auf die Fangfläche des Handschuhs, kann man den Verlauf der Nähte in der Regel deutlich sehen. Die Schichtel sind wiederum mit einer Außennaht mit dem Obermaterial des Handschuhs vernäht.

Diese Anordnung führt dazu, dass die Haftschaum-Fangfläche des Torwarthandschuhs sehr groß ausfällt. Gleichzeitig haben die Finger im Handschuh einen vergleichsweise großen Freiraum. Der klassische Schnitt ist daher der weiteste der drei Grundschnitte, was jedoch auch zu Einbußen beim Ballgefühl führen kann.

Vorteile: sehr große Fangfläche
Nachteile: vergleichsweise weiter Schnitt
Weitere Bezeichnungen: klassischer Schnitt, positiver Schnitt, Contact Maximizer (Adidas), Expanse Cut (Reusch)

Innenaht

Ein Torwarthandschuh mit Innennaht besteht ebenfalls aus den Teilen Haftschaum, Schichtel und Obermaterial. Im Gegensatz zur traditionellen Außennaht ist der Haftschaum bei dieser negativen Schnittform aber auf der Innenseite des Handschuhs mit den Schichteln vernäht. Die Naht ist daher von außen nicht mehr sichtbar und kann nicht in Kontakt mir dem Ball gelangen. Die Verbindung zum Obermaterial ist in der Regel identisch zu Handschuhen mit Außennaht.

Durch die nach innen gezogene Naht liegen die Handschuhe sehr dicht am Finger an, was sich positiv auf das Ballgefühl auswirkt. Allerdings geht diese Schnittform zu Lasten der Fangfläche, die geringer ist als  bei einem positiv geschnittenen Torwarthandschuh.

Vorteile: hohes Ballgefühl, sehr enger Sitz
Nachteile: kleinere Fangfläche als bei Außennaht
Weitere Bezeichnungen: negativer Schnitt, Seamless Touch (Adidas), Surround Cut (Reusch)

Rollfinger

Beim Rollfinger handelt es sich um eine relativ neue Schnittform, die aus England übernommen wurde und dort sehr beliebt ist. Als Besonderheit gegenüber den Außennaht- und Innenahtschnitten wird bei diesem Handschuhen auf die Schichtel verzichtet. Der Haftschaum wird vollständig um den Finger herumgeführt und direkt mit dem Obermaterial vernäht. Dadurch gibt es keine Naht auf der Fangfläche des Handschuhs.

Ebenso wie bei der Innennaht sitzt der Rollfingerschnitt relativ eng und kann dadurch mit einem guten Ballgefühl punkten. Die direkte Kontaktfläche ist geringer als bei einer Außennaht, allerdings sind beim Rollfinger aufgrund der Konstruktion auch die Seiten der Finger mit Haftschaum bedeckt, was für einen durchgehend guten Grip und eine sehr gute Dämpfung sorgt.

Vorteile: hohe Dämpfung, erhöhtes Ballgefühl, enger Sitz
Nachteile: kleinere Fangfläche als bei Außennaht
Weitere Bezeichnungen: Rolled Finger Touch (Adidas), Special Rolled Cut (Reusch)

Fazit

Die Gegenüberstellung zeigt, dass man keine allgemeingültige Empfehlung für die Wahl der Schnittform geben kann. Manche Torhüter bevorzugen die größere Fangfläche des Außennahtschnitts, andere sehen wiederum größere Vorteile in dem höheren Ballgefühl von Innennahtschnitt und Rollfinger.

Vor dem Kauf eines neuen Handschuhs sollten diese Eigenschaften daher in die Überlegungen mit einbezogen werden. Alle großen Hersteller von Torwarthandschuhen haben verschiedene Schnittvariationen zur Auswahl, daher sollten nach Möglichkeit alle Modelle getestet werden.

Waschen, reinigen, trocknen – so pflegst du deine Torwarthandschuhe richtig

Waschmaschine oder Waschbecken? Wasser, Seife oder spezieller Reiniger für Torwarthandschuhe? Viele Torhüter mit dreckigen Handschuhe stehen vor der Frage, wie sie ihr wichtigstes Werkzeug wieder richtig sauber bekommen. Und wie sollte man die sauberen Handschuhe dann richtig lagern?

Fakt ist: wer seine Torwarthandschuhe vernachlässigt, wird bald mit zwei wesentlichen Problemen konfrontiert: die Handschuhe fangen an zu stinken und haften nicht mehr richtig. Gleichzeitig führt eine falsche Pflege auch dazu, dass die Haltbarkeit der Handschuhe und insbesondere des Haftschaums deutlich reduziert wird. Wer also langfristig Geld sparen möchte, ohne auf billige Handschuhe zurückzugreifen, sollte nach jedem Spiel und Training ein wenig Zeit in die Pflege investieren.

Die richtige Reinigung und Lagerung der Handschuhe ist aber gar nicht so kompliziert, solange ein paar grundlegende Tipps beachtet werden, die in diesem Beitrag vorgestellt werden.

Vor dem ersten Benutzen

Wenn du Torwarthandschuhe neu gekauft hast, wurden diese normalerweise vom Hersteller imprägniert, um sie für die Lagerung vor dem Verkauf vorzubereiten und so zu verhindern, dass es zu Änderungen am Material kommt bevor die Handschuhe beim Endkunden angekommen sind.

Um den Grip der Handschuhe bei der ersten Nutzung zu verbessern, sollte diese Imprägnierung mit lauwarmem Wasser und einem Reinigungsmittel von Hand gründlich ausgewaschen werden. Mehr zur richtigen Auswahl des Reinigungsmittels weiter unten. Die Handschuhe sollten ausgewaschen werden, bis das Wasser klar ist.

Nach dem Spiel oder Training

Direkt nach dem Spiel sollte man die Torwarthandschuhe in der Kabine kurz mit Wasser vorreinigen. Auf diese Weise werden Schweiß und grobe Verschmutzungen entfernt, bevor sie eintrocknen können und das spätere Waschen wird erleichtert. Wichtig ist, dass das Wasser dabei nicht zu heiß gemacht wird, da dies die Lebensdauer und Qualität des empfindlichen Haftschaums reduzieren kann. Lauwarmes Wasser ist dazu vollkommen ausreichend. Wenn die Handschuhe nur leicht verschmutzt waren, ist diese Reinigung eventuell schon ausreichend und man kann direkt mit dem Punkt Trocknen weitermachen.

Tipp: Bei starken Verschmutzungen, wie z.B. Rückständen von Asche oder kleinen Steinen, sollte man die Fangflächen beim Säubern nicht gegeneinander reiben, um Beschädigungen am Haftschaum zu vermeiden. Auch auf Bürsten sollte verzichtet werden, diese sind eher für Fußballschuhe geeignet.

Waschen

Stärker verschmutzte Torwarthandschuhe sollte man zu Hause dann direkt waschen um den restlichen Dreck zu entfernen.

Die Wahl des richtigen Reinigungsmittels kann dabei helfen, die Lebensdauer der Handschuhe deutlich zu erhöhen. Auf aggressive Reiniger sollte man unbedingt verzichten, die meisten Hersteller empfehlen bei Bedarf den Einsatz von etwas Feinwaschmittel oder Seife. Einige Hersteller, z.B. Uhlsport, haben auch einen speziellen Torwarthandschuhreiniger im Angebot, mit dem gute Reinigungsergebnisse erzielt werden können.

Eine häufig gestellte Frage ist, ob die Handschuhe auch in der Waschmaschine waschen kann. Die Hersteller raten durchgehend davon ab, da sich dies negativ auf die Haltbarkeit und Qualität des Haftschaums auswirken soll. Andererseits berichten in Foren viele Torhüter, dass sie ihre Handschuhe erfolgreich in der Waschmaschine waschen, ohne dass es zu Qualitätseinbußen kommt. Je weicher der Haftschaum ist, desto eher wird sich eine Reinigung in der Waschmaschine negativ auswirken. Hier gilt: ausprobieren auf eigene Gefahr. Wenn man sich dazu entschließt, sollte man ein Feinwaschmittel und eine niedrige Temperatur (z.B. 30 Grad Celsius) verwenden. Auf der sicheren Seite ist man auf jeden Fall, wenn man die Torwarthandschuhe von Hand reinigt.

Tipp: Bei Handschuhen mit Fingerschutz müssen die Stäbchen in der Regel vor dem Waschen nicht entfernt werden. Im Zweifel sollte man hier noch einmal in die Angaben des Herstellers schauen.

Trocknen

Die wichtigsten Regeln für das richtige Trocknen der Handschuhe lassen sich kurz zusammenfassen: keine direkte Sonneneinstrahlung, nicht auf die Heizung, nicht in den Trockner! Ignoriert man diese Hinweise, so wird man die Lebensdauer und Griffigkeit seiner Torwarthandschuhe deutlich verringern, da der empfindliche Haftschaum austrocknet und spröde bzw. brüchig wird.

Nach dem Waschen sollten die Handschuhe gründlich ausgedrückt werden und dann zum Trocknen hingelegt oder aufgehängt (bitte nicht am Haftschaum befestigen) werden.

Tipp: Wenn man die Handschuhe mit den Fingern nach oben aufstellt oder aufhängt, verhindert man, dass sich das restliche Wasser im Handschuh sammelt. Auf diese Weise kann man die Trocknung beschleunigen.

Lagern der Torwarthandschuhe

Die trockenen Handschuhe sollten anschließend an einem dunklen Ort bei höchstens Zimmertemperatur gelagert werden. Häufig eignet sich dafür ein Raum im Keller. Dabei ist es unbedingt zu vermeiden, die Torwarthandschuhe mit den Fangflächen direkt aufeinander zu legen, da die Haftschäume dadurch verkleben können und beschädigt werden.

Tipp: Bei einer längeren Nichtbenutzung kann es für den Erhalt der optimalen Haftfähigkeit hilfreich sein, die Handschuhe in regelmäßigen Abständen zu befeuchten (z.B. alle zwei bis drei Wochen).

Fazit

Es müssen nicht viele Dinge beachtet werden, damit die verdreckten Torwarthandschuhe nach dem Spiel oder Training schnell wieder einsatzfähig sind. Die wichtigsten Punkte sind eine zeitnahe Reinigung, ein Verzicht auf aggressive Reinigungsmittel und das Trocknen ohne starke Hitzeeinwirkung. Auf diese Weise können Haltbarkeit und Grip der Handschuhe bestmöglich erhalten werden.